Innenraum der Stadtpfarrkirche

Apsisbild: “Lebensstrom vom Throne Gottes”

Dem Apsisbild des Künstlers Franz Högner liegt ein weitsichtiges theologisches Konzept zugrunde. Kunst im Kirchenraum sollte nicht Kunst um ihrer selbst willen sein, sondern auf das Mysterium verweisen, das wir in der Liturgie feiern, ja hinführen zu dem, was gefeiert wird. Dies ist Franz Högner mit dem Wandgemälde der Apsis gelungen. Die Mitte des Bildes ist die Darstellung der Heiligsten Dreifaltigkeit. Gott Vater, dargestellt durch das seit dem 16. Jahrhundert beliebte Zeichen des Dreiecks mit dem Auge, Gott Geist in der Gestalt der Taube. Gott Sohn – integriert in das Gemälde- durch ein den Raum dominierendes, freihängendes Kreuz, das aus der alten Liebfrauenkirche übernommen wurde. Alle drei Zeichen der göttlichen Personen sind in einem grauen Farbton gehalten, der auch die anderen Figuren in deren Gesichtern und Gliedmaßen und den Kirchenraum in der Gestaltung des Fußbodens durchdringt. Dieser Mittelpunkt des Gemäldes – und mit dem Altar als Mittelpunkt der Kirche – weist eindringlich auf den Urquell der Liturgie hin.

Auf der linken Seite sind die Propheten Jesaja, Jeremia, Ezechiel und Daniel dargestellt. Diese alttestamentlichen Gestalten erinnern die Gemeinde daran, daß das christliche Bekenntnis im Glauben Israels verwurzelt ist und daß der Neue Bund nicht zu verstehen ist ohne den ersten Bundesschluss mit Abraham. Neben den Propheten steht – größer – der letzte der Propheten und zugleich der Vorläufer Jesu Christi: Johannes der Täufer, dargestellt mit dem Lamm. Der Täufer hat die ersten Jünger auf Jesus verwiesen: “Seht, das Lamm Gottes!” (Joh 1,36). In dieser Begegnung der Jünger mit dem Lamm Gottes begann die Liebesgeschichte ihres Lebens mit dem Gott ihres Lebens.

Auf der rechten Seite begegnen uns Petrus und Paulus im Kreis der Zwölf: Einer der Zwölf ist viel größer dargestellt: Petrus mit dem Schlüssel. Ein dreizehnter ist in der gleichen Größe wie Petrus dargestellt: der Völkerapostel Paulus. Die Zwölf waren nach der Auferstehung Jesu beauftragt, seine Sendung weiterzuführen. Gestärkt durch den Heiligen Geist sollten sie aller Welt das Evangelium Jesu verkünden. Die Zahl zwölf soll parallel zu den zwölf Stämmen Israels auf das neue Israel, die Kirche, verweisen.

Nach der Zeit der Apostel kam die Zeit anderer, den Glauben weiterzugeben: die “Väterzeit”. Sie versuchten, den Glauben ihren Zeitgenossen verständlich zu machen und stellten ihre Fähigkeiten in den Dienst der Nachfolge Christi. Für alle diese Männer und Frauen stellvertretend verehrt die lateinische Kirche vor allem die vier großen Kirchenväter des Westens, dargestellt links unter den Propheten: Hieronymus, Augustinus, Ambrosius und Gregor der Große. Apostel und Kirchenväter erinnern uns, daß wir in einer lebendigen Überlieferung stehen. Die Farbgebung des Apsisbildes setzt sich an den Wänden entlang des Kirchenraumes fort und verbindet gleichsam alle Gläubigen zu einer großen Gemeinschaft um den Tisch des Herrn.

Ambo


Ambo von Bildhauer Alfred Böschl

Die Symbole der vier Evangelisten wurden in Anlehnung an Irenäus von Lyon auf die vier Hauptereignisse des Lebens Jesu hin gedeutet:

“Mensch” =  Evangelist Matthäus, steht für: Menschwerdung
“Stier” =  Evangelist Lukas, steht für: Kreuzestod
“Löwe” =  Evangelist Markus, steht für: Auferstehung
“Adler” =  Evangelist Johannes, steht für: Himmelfahrt

So erinnern die Symbole auch daran, daß Christus hier gegenwärtig ist in seinem Wort.

Die Marienkapelle

In der Marienkapelle steht eine Madonna mit dem Jesuskind aus der Spätgotik, 15. Jahrhundert. Sie ist etwas kleiner als das Gnadenbild in Altötting, aber ihm ähnlich. Der Meister ist unbekannt.

Herr, du hast uns Maria, die Mutter Jesu, als Vorbild des Glaubens und der Hoffnung gegeben. Lass uns stark sein wie sie. In den Stunden des Zweifels laß uns an ihrem Beispiel die Kraft finden, alle Dunkelheiten auszuhalten und von neuem das Ja des Glaubens zu sprechen. In Maria hast du nicht nur deinem Sohn eine leibliche Mutter gegeben. Sie ist auch uns zur Mutter geworden, indem sie uns im Glauben voranging und ihre Treue zu Christus bewiesen hat.

Orgel der Stadtpfarrkirche Mainburg

Die Orgel der Stadtpfarrkirche “Zu Unserer Lieben Frau” wurde 1981 von derOrgelbaufirma Guido Nenninger (München) erbaut; das Konzept und die Disposition entstanden durch den damaligen Regensburger Domorganisten Eberhard Kraus. Die Orgelweihe fand am 28. Juni 1981 durch Domprediger Dr. Michael Grünwald statt. Das Instrument verfügt über 31 klingende Register, verteilt auf drei Manuale und Pedal.

Disposition der Nenninger-Orgel von 1981 – 2000:

I. Manual – Kronpositiv   C – g”’            II. Manual – Hauptwerk  C – g”’
    Kupfergedackt 8′                                        Gedacktpommer 16′
    Principal 4′                                                Principal 8′
    Blockflöte 4′                                               Rohrflöte 8′
    Flachflöte 2′                                              Octave 4′
    Superquinte 1 1/3′                                     Holzflöte 4′
    Zimbel 3f.   1/2′                                         Schwiegel 2′
                                                                   Sesquialter 2f.  2 2/3′ + 1 3/5′
                                                                   Mixtur 6f. 1 1/3 ‘
                                                                   Trompete 8′

III. Manual – Schwellwerk C – g”’          Pedal  C – f’
    Holzgedackt 8′                                              Offenbaß 16′
    Gedacktschwebung 8′                                    Subbaß 16′
    Gambetta 4′                                                 Octavbaß 8′
    Bauernpfeife 4′                                             Jubalflöte 8′
    Prinzipal 2′                                                   Choralbaß 4′ + 2′
    Quart de Nazard 2f.  2 2/3′ + 2′                     Rauschwerk 4f.  5 1/3′
    Septenhörnle 4f. 1 3/5′ + 1 1/3′ + 1 1/7′ + 1′  Posaune 16′
    Scharff 4f.  1′
    Oboe 8′
    Tremulant

Koppeln I/II, III/II, III/I, I/P, II/P, III/P
mechanische Spieltraktur, mechanische Koppeln, elektrische Registertraktur
2 freie Kombinationen, 1 Pedalkombination, Schweller, Crescendo-Walze, Walze ab
Tutti, Organo pleno, Zungen ab, Auslöser
Im Jahre 1999 wurde auf die Initative der Kirchenmusikerin Kathrin Giehl
in Übereinstimmung mit der Kirchenverwaltung eine grundlegende Umarbeitung
des Instrumentes beschlossen. Erhebliche Mängel in klanglicher Hinsicht,
Probleme der Windversorgung und der Spieltraktur machten diese Maßnahme
dringend erforderlich.

Beauftragt wurde die Orgelbaufirma Johannes Schädler aus Donaustauf
bei Regensburg, zuständiger Orgelsachverständiger war Gerhard Siegl.

Spieltisch der Nenninger – Schädler – Orgel der Stadtpfarrkirche Mainburg

Neue Disposition der Nenninger – Schädler – Orgel ab 2000:

I. Manual – Kronpositiv   C – g”’            II. Manual – Hauptwerk  C – g”’
    Kupfergedackt 8′                                        Gedacktpommer 16′
    Principal 4′                                                Principal 8′
    Blockflöte 4′                                               Rohrflöte 8′
    Flachflöte 2′                                              Octave 4′
    Superquinte 1 1/3′                                     Holzflöte 4′
    Zimbel 3f.   1/2′                                        Superoktav 2′
                                                                   Cornet 4f.  4′ + 2 2/3′ + 2′ + 1 3/5′
                                                                   Mixtur 4-5f.  1 1/3 ‘
                                                                   Trompete 8′

III. Manual – Schwellwerk C – g”’          Pedal  C – f’
    Holzgedackt 8′                                              Offenbaß 16′
    Salicional 8′                                                 Subbaß 16′
    Schwebung 8′                                              Quintbaß 10 2/3′
    Geigenprinzipal 4′                                         Oktavbass 8′
    Traversflöte 4′                                             Jubalflöte 8′
    Schwiegel 2′                                                Choralbaß 4′ + 2′
    Sesquialter 2 2/3′ + 1 3/5′                             Posaune 16′
    Scharff 4f.  2′
    Oboe 8′
    Tremulant

Koppeln I/II, III/II, III/I, I/P, II/P, III/P
mechanische Spieltraktur, mechanische Koppeln, elektrische Registertraktur
2 freie Kombinationen, 1 Pedalkombination, Schweller, Crescendo-Walze, Walze ab
Tutti, Organo pleno, Zungen ab, Auslöser

Die Taufkapelle


In der altchristlichen Kapellenbauweise des Fünfeck-Pentagons errichtet, liegt die Taufkapelle ein paar Stufen niedriger als der übrige Kirchenraum, ist aber mit einer Feierlichkeit und einem Glanz ausgestattet, dass man besinnlich schweigt und staunt. Bei indirekter Deckenbeleuchtung sieht als Decke ein sternförmig ausgeprägter lichter Himmel hernieder. In der Mitte der blendend weiße, aus Jurakalkstein edel gearbeitete Taufstein mit Silberdeckel des Bildhauers Karl Reidel und die in Silber gefasste, mit Plexiglas ausgestattete Taube des Hl. Geistes schwebt darüber. Sinnigerweise hat man in diese Kapelle zwei Beichtstühle eingelassen, wo die verlorene Taufgnade wieder gewonnen werden kann. Frontal strömt von den drei großflächigen Außenfenstern des Pentagons Licht in berauschenden Farben auf den Besucher der Taufkapelle zu. Hofglasmaler Schneider hat hier in herrlicher Farbkomposition die sieben Sakramente und die Symbole der Kirche und des Oberhirtenamtes eingefügt. Eine ganze Summe der Theologie ist gläubig in die Konzeption dieser Kapelle hineingewoben.

Tabernakel


Tabernakel in Silber gearbeitet und mit weißen Bergkristallen eingefasst

Tabernakel und Altarausstattung mit Kerzenleuchtergarnituren von der Firma Brandtner, Regensburg, gefertigt.       

Altar

Geschaffen von Karl Reidel, Landshut.
Auf der Front ist das Letzte Abendmahl dargestellt: Jesus Christus inmitten der 12 Jünger.

Figurengruppe

Auferstandener Jesus Christus und die vier Evangelisten (siehe Foto)

Diese und die  übrigen Figurengruppen

  • zum Fest “Darstellung des Herrn”
  • “Anbetung der Weisen aus dem Morgenland”

entstammen der alten Liebfrauenkirche von 1866

Künstler und Architekten der Stadtpfarrkirche

Hans Beckers (Architekt):
Er wurde am 27. Dezember 1902 in Schellenbach geboren und studierte nach seiner Schulzeit in München Architektur. Seit seiner Jugend auch durch die Gemeinschaft des Quickborn geprägt, nahm die ihm zufallenden Aufgabenstellungen im Kirchenbau nach dem zweiten Weltkrieg im Sinne der liturgischen Erneuerungsbewegung mit Begeisterung und großem Engagement an. Ein Höhepunkt seines Schaffens wurde das Provinzhaus der Kreuzschwestern in Gmünden/Main mit Schulkomplex und Kirche, aber auch in Regensburg, in der ganzen Oberpfalz, der Diözese Passau und in der Steiermark finden sich seine Spuren.
In Mainburg hat er 1958 in Zusammenarbeit mit dem damaligen Pfarrer Christoph Schmid die Stadtpfarrkirche und die Taufkapelle gestaltet.

Franz Högner (Maler):
Er wurde am 12. Juni 1903 in Landshut geboren. Bereits mit 17 Jahren erhielt er die Genehmigung, an der Münchner Kunstakademie zu studieren. Angeregt durch zahlreiche Studienreisen in verschiedene Länder Europas, entwickelte der talentierte Künstler bald seinen eigenen, unverwechselbaren Stil. Von ihm stammt die Ausmalung des Kirchenraumes mit dem großen Apsisbild. Dieses Projekt in der Mainburger Stadtpfarrkirche bildete 1956 seine dritte Zusammenarbeit mit dem Architekten Hans Beckers.
 
Karl Reidel (Bildhauer):
Die Ausstattung der Stadtpfarrkirche war eines seiner ersten großen Werke. Von ihm stammen die Altarmensa, der Taufstein, die Fenster des Kirchenschiffes und die Darstellung der vier Evangelisten über dem Durchgang zwischen Kirche und Turm.

Alfred Böschl (Bildhauer):
Er stammt aus Adlhausen und ist Träger vieler Kulturförderpreise. Er gestaltete bei der Innenrenovierung 1998 Ambo, Evangelienpult, Tabernakelstele, Priestersitze und die Stufenanlage des Altarraumes.

Ehepaar Münch:
Von dem Künstlerehepaar Münch aus Ebrantshausen stammen die beiden Bildteppiche über den Eingangstüren: “Die heilige Familie” und “St. Michael”