Notzenhausen

Nebenkirche Hl. Philippus und Jakobus d. J.    (Patrozinium 3. Mai)

Unverputzter und getünchter Backsteinbau mit Chorturm auf leicht eingezogenem gerade schließendem Chor, im Kern mittelalterlich, im 17./18. Jahrhundert barock umgestaltet; mit Ausstattung . „Dem Baubefund nach handelt es sich bei der bestehenden Kirche um einen im Kern romanischen Bau, wohl aus der Zeit um 1200/1250. Er wurde für die Region typisch aus Ziegelmauerwerk errichtet.“ (Dr. F. Fuchs) „Von dem Bestehen eines Kirchleins in Notzenhausen haben wir als früheste Kunde den bischöflichen Visitationsbericht vom Jahre 1590“. Es war der Heiligen Walburga geweiht. Es hat „1 Altar, zwei Paramente, zum Teil zerrissen und durch den Gebrauch abgenützt. Das Missale ist nach dem Ritus Augsburg, weshalb das diözesane Rituale zu beschaffen ist.“ (Visitationsbericht – nach Pfarrer Kern, Liber Parochialis, S. 289).

Dieser Befund zeugt von einem regelmäßigen religiösen Geschehen der Christen vor Ort. Der Pfarrer von Sandelzhausen sorgte sich um die seelsorgerliche Betreuung.

Die Kirche war wohl eingebunden in die Hofmark Notzenhausen, die als kleiner Adelssitz bis ins 13. Jahrhundert im Besitz der Herren von Notzenhausen, darauf der Leitenpeck war, dann zum Benediktinerkloster Biburg gehörte und später nach dessen Auflassung zu dessen Rechtsnachfolgern, den Jesuiten in Ingolstadt.

 „Die kleine Anlage ist ein unter teilweiser Verwendung mittelalterlichen Mauerwerks aufgeführter Bau aus der Barockzeit. … Die Ostseite ist aus Bruchsteinen aufgemauert und besitzt einen Lichtschlitz. Diese Wand ist noch rein mittelalterlich“. (Die Kunstdenkmäler von Bayern, Mainburg)

Die Ausstattung ist geprägt vom Altar, eine schlichte frühbarocke Anlage mit der Muttergottesfigur mit Jesuskind in der Mitte (frühes 18. Jahrhundert),  den Figuren der Patrone der Kirche, der Heiligen Walburga (die ursprüngliche Patronin) im Altarauszug und den Standfiguren der Doppelpatrone Philippus und Jakobus d. J.) – alle drei noch spätgotisch (nach Dr. F. Fuchs). Das Gotteshaus wird liebevoll von der Familie der benachbarten Wirtsleute Alfons und Christa Kreitmair betreut. Durch sie kann man auch Zugang zum Gotteshaus bekommen

 

Die Heilige Walburga in der Chorspitze des Altares – Die Apostel Philippus und Jakob an den Seiten des Altares

Der Altar – von 1625 bis 1649 in der bestehenden Form zusammengestellt –  ist geprägt von der Figur der Mutter Gottes mit dem Kind in der Mitte, einem Bildwerk des Frührokoko (1725 bis 1735), dem Figurenpaar Hl. Philippus und Hl. Jakobus d.J. aus der Spätzeit der Gotik (1550 bis 1574) und der spätgotischen Relieffigur der Hl. Äbtissin Walburga im Auszugsschild des Altares (1550 bis 1574).

 Mutter Anna Selbdritt (etwa 1525 bis 1549)  

Das qualitätsvolle spätgotische Bildwerk zeigt die Heilige Anna – die Großmutter von Jesus. Sie trägt den Jesusknaben auf dem linken Arm (er hält mit beiden Händen einen Vogel, – laut  Dr. Fr. Fuchs „ein Symbol für die Brautminne des Knaben an seine junge Mutter“ – , mit der rechten führt sie ihre kleine  mädchenhafte Tochter Maria.

Barocker Holzopferstock

Ein Unikat stellt der barocke Holzopferstock dar, der wohl pfahlartig in den Boden eingelassen war